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23.05.2011

Modernes Gerätehaus mit viel mehr Platz

Eßlinger Zeitung - Peter Dietrich

WERNAU: Feuerwehr weiht ihren 850 000 Euro teuren Anbau ein - Großer Andrang

Auffallend viele Feuerwehrleute aus der Umgebung sind gestern zum Tag der offenen Tür im für 850 000 Euro erweiterten Wernauer Feuerwehrhaus gekommen. Sie informierten sich wie einige andere Besucher über die Feuerwehrtechnik, doch der große Strom wandte sich zuerst den Speisen und Getränken zu.

„Wozu ist der Bildschirm da?", wollte Bernd Schweickhardt wissen, als er die Einsatzanzeige entdeckte. Auf den Bildschirmen im Flur und in der Fahrzeughalle bekommen die Feuerwehrleute künftig angezeigt, um was für einen Einsatz es sich handelt. So können sie sich mit ihrer Kleidung darauf einstellen. Für diese gibt es jetzt viel mehr Platz als früher. „Da könnt ihr noch Spinde dazustellen", stellte Birgit Schweickhardt beim Blick in die neue, großzügige Umkleide der Herren fest. Die Frauen haben ihre Umkleide und ihre Sanitäranlagen nebenan. Der ehemalige Spindraum wurde zum Atemschutzraum. Kaum vorzustellen, wie sich in dieser Enge einst 54 Aktive umgezogen haben.

Bei Alarm läuten die Handys

Die Werkstatt, zuvor nur wenige Quadratmeter groß, hat ebenfalls viel mehr Platz bekommen. „Wir haben einen Automechaniker hier", sagte Feuerwehrmann Dietmar Zink, der die kleine Gruppe durchs Haus führte. In der Fahrzeughalle sei Platz für ein Hochregal reserviert, erläuterte er. Damit könnten Paletten mit Ausrüstung schnell in künftige Fahrzeuge verladen werden, die universeller sein werden als heutige. Brandmelder gibt es im Feuerwehrhaus auch: „Bei einem Alarm läuten automatisch bei zehn Kameraden die Handys." Den Mannschaftsraum „hätten wir gerne größer gehabt", aber die Finanzen hätten Grenzen gesetzt, berichtete Zink. So passen nach wie vor etwa 80 Leute hinein. Aus Kostengründen verzichtet werden musste auch auf eine Klimaanlage in der neuen Zentrale. Sie ist nach neuesten Vorschriften und mit zwei Arbeitsplätzen mit zusammen sechs Bildschirmen ausgestattet.

Von der Leitstelle Esslingen kämen künftig keine Faxe mehr, stattdessen werde ein Netzwerkdrucker eingerichtet, erläuterte der stellvertretende Kommandant Horst Aurenz. An der automatischen Notstromversorgung werde noch gearbeitet. „Das kriegen wir auch noch hin." Allein in den vergangenen sechs Wochen hätten die Feuerwehrleute 1000 Arbeitsstunden geleistet: „Mein Akku ist am Ende." Ab Pfingsten stehen Schulungen zum Umgang mit der neuen Technik an. 

Auf der gesperrten Gutenbergstraße waren Feuerwehrfahrzeuge ausgestellt, unter ihnen das TLF 15 von 1954. Weil aggressives Schaummittel die Leitungen des Tanklöschfahrzeugs angegriffen hat, kann es kein Wasser mehr versprühen. Aber es hat noch immer seinen ganz besonderen Charme, nicht zuletzt der Holzverkleidung wegen. 2500 Arbeitsstunden investierten die Feuerwehrleute seit dem Jahr 1990 in die Restauration. Sogar die alten Kreislaufgeräte sind original. „Da müssen wir sehen, dass sie nicht weglaufen", sagte der Gruppenführer Michael Reith. Fahrtechnisch erfordert der von Klöckner-Humboldt-Deutz in Ulm gebaute Oldtimer einige Raffinessen – inklusive Zwischengas. „Wer mit dem fährt, kommt auch mit jedem neuen Einsatzfahrzeug klar", versichert Reith.

Im Feuerwehrauto durften Kinder und Erwachsene eine große Runde durch Wernau drehen - ohne Blaulicht. „Bei Lastwagen sind meist die Sitze gefedert, nicht das Fahrzeug", kommentierte ein Mitfahrer das intensive Empfinden von Schlaglöchern auf den Pritschen. Durch die Wärme im Fahrzeug würden die Feuerwehrleute wohl auf ihren heißen Einsatz vorbereitet, vermutete eine Mitfahrerin.

Dieser Artikel wurde original aus dem/der Eßlinger Zeitung entnommen,
wir übernehmen keine Verantwortung für den Inhalt.

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